Meteorite - Dr. Christian Pinter - Fotogalerie

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Meteoritisches
Meteorite

... sind Irrläufer aus dem All. Das Gros stammt  ursprünglich aus dem Kleinplanetengürtel, der sich zwischen Mars und  Jupiter erstreckt. Die himmlischen Sendboten sind meist älter als jedes  irdische Gestein. Man kennt Eisenmeteorite, Steineisenmeteorite und Steinmeteorite.
Eisenmeteorite
Diese Meteorite stammen wohl großteils aus dem Kern zerborstener Kleinplaneten. Sie fallen relativ selten zur Erde, sind dann aber verhältnismäßig leicht zu finden - zum Beispiel mit Metalldetektoren.

Der Eisenmeteorit von Odessa. Er hinterließ Krater in Texas. 
Dieser Eisenmeteorit aus Namibia wurde beim Einschlag ordentlich geschockt.
Ein Einzelstück jenes Meteoritenschauers, der ein ganzes Kraterfeld im ostsibirischen Sikhote-Alin schlug (Artikel)
Beim Aufschlag geschockt, schossen manche Sikhote-Alin-Eisenmeteorite wie Schrapnell davon.
In diesen Plättchen des Hraschina-Meteoriten fand Alois von Widmanstätten 1808 die später nach ihm benannten Strukturen: Oben mit Anlauffarben, unten nach Ätzung. Die Plättchen sind in der Meteoritenschausammlung des NHM in Wien zu sehen (Artikel).
Widmanstätten-Muster im Eisenmeteoriten von Toluca (Artikel).

Der Eisenmeteorit Chinga ist ein seltener Ataxit, womöglich mit sogar kulturgeschichtlicher Bedeutung (Artikel).


Steineisenmeteorite
Dies Steinmeteorite besitzen einen extrem hohen Eisenanteil. Die Mesosiderite dürften bei der Kollision zweier Kleinplaneten entstanden sein: Einer bestand aus Stein, der andere aus Eisen. Die prächtigen Pallasite sollen jeweils aus dem Grenzbereich zwischen Steinmantel und Eisenkern eines größeren Kleinplaneten stammen.

Prächtige Olivinkristalle im Pallasit von Esquel, einem Steineisenmeteoriten.
Forschungsgeschichtlich äußerst wichtig ist der Meteorit von Krasnojarsk. Ursprünglich war dieser Pallasit als "Pallas-Eisen" bekannt (Artikel).


Steinmeteorite
Sie stellen den mit Abstand häufigsten Meteoritentyp. Die Chondrite stellen besonders altes Urgestein des Sonnensystems, sind älter als irdisches Gestein. Achondrite wurden noch im Mutterkörper aufgeschmolzen und verloren dabei das ursprüngliche Aussehen. Zu solchen Mutterkörpern zählen größere Kleinplaneten wie die Vesta, der Erdmond und der Planet Mars.


1492 krachte dieser Steinmeteorit in ein Feld bei Ensisheim im Elsass. Er wurde in der Kirche angekettet. Eine eigene Bruderschaft wacht mittlerweile über ihn. Hier ist er der Chondrit zu Gast im NHM Wien.
Ensisheim (links die Hauptmasse) ist der älteste datierbare Meteoritenfall in Europa, von dem noch Material existiert! Selbst weltweit wird er in dieser Disziplin nur vom japanischen Nogata (gefallen 861) übertrumpft.
In der Vergangenheit wurde viel vom Meteoriten Ensisheim abgeschlagen. So kam auch dieses Handstück in die Sammlung des NHM Wien.
Ein winziges Stückchen Ensisheim, klein wie ein Fingernagel. Übrigens: Dem Fall ging ein Feuerball am Himmel voraus; Albrecht Dürer, damals gerade in Basel, sah ihn.
Am 15.2.2013 ließ die Druckwelle eines Meteoritenfalls Fenster im russischen Oblast Tscheljabinsk bersten. Die Glassplitter verletzten über tausend Menschen. Hier ein kleines Fragment dieses Chondriten.

Viele Steinmeteorite sind brekziiert, erzählen von Zusammenstößen ihrer Mutterkörper, der Kleinplaneten (Artikel).
Andere scheinen fast nur aus uralten Chondren zu bestehen, deren Entstehung nach wie vor umstritten ist (Artikel).
Hier eine solche Chondre im Mikroskop. 
Manche Meteorite kennen helle Einschlüsse. Diese CAIs sind reich an Calzium und Aluminum - so ziemlich das älteste Material des Sonnensystems.
Der Marsmeteorit Tissint, ein neues Prachtstück im NHM-Wien. Heftige Einschläge auf dem Mars schleuderten solches Gestein einst in All. Ein Bruchteil stürzte nach langer Reise zur Erde.
Der DaG 476 wurde vielleicht gleichzeitig mit dem Marsmeteoriten Tissint ins All geschleudert. Hier ist er stark vergrößert.
Auch der DaG 1037 stammt vom Mars.
Die NASA-Sonde Dawn erforschte den Kleinplaneten Vesta: Der Achondrit Johnstown kommt demnach von dort.
Ganz wenige Meteorite stammen vom Mond; hier eine Mikroskopaufnahme des Dho 379 (Artikel) .


Der Meteoritensaal des NHM
Der Meteoritensaal im Naturhistorischen Museum in Wien beherbergt die größte einschlägige Schausammlung der Welt (Artikel).


Der Saal des NHM vor dem höchst umsichtig erfolgten Umbau.
Generaldirektor Christian Köberl präsentierte am 13.11.2012 die Neuaufstellung der Schau. Sie ist sehenswert!
Der Saal hat seine Atmosphäre bewahrt, bietet dem Besucher jetzt aber wesentlich mehr Information. Eine eigene Vitrine ist jetzt den in Österreich gefundenen Meteoriten gewidmet (Artikel).
Ein hervorragendes Werk über Meteorite stammt von den Spezialisten des Naturhistorischen Museums in Wien: Franz Brandstätter, Ludovic Ferriere und Christian Köberl: Meteoriten - Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems. Ich empfehle den Kauf im Museumsshop.
 
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